Eine Dark Fantasy-Reihe voller Intrigen, Experimente und gefährlicher Wahrheiten.
Kyls Vergangenheit ist von Schmerz und Schatten gezeichnet. Sein Weg ist gefährlich, und er weiß, dass Loyalität in dieser Welt tödlich enden kann. Während er zwischen Rache, Schuld und neuen Gefühlen schwankt, wird klar: Jede Wahl könnte ihn alles kosten. Ein packender Dark Fantasy Thriller, der die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen lässt – und dich bis zur letzten Seite fesselt.
Ein verschwundener Freund, totgeglaubte Killer und eine Nachricht, die Versprechen und Drohung zugleich ist... Wieso kann ich
nicht einfach Leben?
Ich habe überlebt. Ich mache weiter. Aber bin ich noch ich? Oder bin ich es jetzt mehr als jemals zuvor?
Ich bin anders, das weiß ich. Ich liebe, wen man nicht lieben sollte. Ich verstehe, was niemand verstehen will.
Doch ist das falsch? Bin ich nicht einfach, wer ich schon immer sein sollte?
Eine erneute Mordserie sucht London heim. Mörder tauchen hinter jeder Ecke auf, greifen wahllos Menschen an.
Keiner weiß, woher sie kommen. Keiner weiß, was sie wollen. Sie töten, sie sterben. Ein Muster ohne Sinn.
Mörder, die bereits tot sind. Und ein Versprechen, das alles ändern könnte.
Anders zu sein ist Fluch und Segen gleichermaßen. Man verliert, man gewinnt. Doch was bist du bereit zu tun? Was
bereit zu opfern? Und wie sehr kannst du dich ändern, bevor du zu dem wirst, was du jagst?
Hältst du dein Versprechen?
Stille. Bodenlose Leere. Finsternis. Ein Pochen. Es durchbrach die endlos wirkende Stille. Hallte noch für Sekunden nach. Dann war es wieder ruhig. Ein weiteres Pochen. Dieses Mal ein wenig kräftiger. Stille. Das Gefühl zu schweben. Das Pochen wurde lauter, häufiger. Ein durchgehender Pfeifton mischte sich darunter, nur durch kurzes Piepen gestört. Unscharfe Töne. Dumpfe Stimmen. Piepen. Schritte. Piepen. Er sog Luft ein. Das Atmen fiel schwer. Seine Lunge schmerzte, als sie das erste Mal seit einer Ewigkeit wieder Luft aufnahm. Jeder Nerv sandte einen überwältigenden Schmerz durch seinen Körper. Langsam, quälend langsam begann sein Blut sich wieder durch die Adern zu drängen. Es war wie Teer, der körnig und kalt durch viel zu dünne Leitungen gedrückt wurde. Sein Herz tat bei jedem krampfhaften Schlag weh. Es schienen Splitter oder Steine hindurch gedrückt zu werden. Doch es gab nicht auf, versuchte weiter und weiter seine natürliche Aufgabe zu erfüllen. Rasselnd sog er Luft in die Lunge, heiser entwich sie wieder. Piepen. Weitere Schritte. Weitere Stimmen. Piepen. Sein ganzer Körper kribbelte, schmerzte und brannte. Sein Herzschlag beschleunigte. Es tat weh, doch die Steine und Splitter schienen kleiner zu werden. Das Blut wurde langsam wärmer, flüssiger. Sein Atem wurde zu einem beständigen Keuchen.
»Hol den Doktor!« Eine junge Männerstimme. Unbekannt, sanft und doch gefährlich. Warum gefährlich? Denken war schwer. Die Worte, die Bilder, die Sätze, alles entglitt ihm. Wer war er? Wo war er? Was war geschehen? Wieso dachte er an Messer? Wieso an verteidigen? War er in Gefahr?
Berührungen am Arm. Finger, die sein Augenlid anhoben. Blendendes Weiß, verschwommene Schemen. Das Weiß verschwand, kam wieder. Ein weiteres, röchelndes Einatmen. Seine Lunge, sein Herz, sie schmerzten so sehr. Alles tat schrecklich weh! Das andere Augenlid wurde gehoben. Wieder dieses Weiß, wieder die schemenhaften Flecken. Das Piepen. Unregelmäßig. Seine Augen wurden wieder in Ruhe gelassen.
»Alles im normalen Bereich. Nichts ungewöhnliches. Keine Anzeichen für Nebenwirkungen.« Die junge Männerstimme. Halblaut. Zu niemand bestimmten. Er wollte den Mann packen, ihn am Hals hochheben, gegen die Wand drücken, ihm die Luft nehmen. Er wollte sich schützen. Er fühlte sich nicht sicher. Es war gefährlich. Es musste gehandelt werden. Bewegen. Er musste sich bewegen. Die Lage sondieren. Wo war er? Wie viele waren mit ihm dort? Nein… Warum dachte er das? Was hatte er gedacht? Noch immer konnte er seine Gedanken nicht beisammenhalten.
Blinzelnd öffnete er die Augen. Blendend weißes Licht schickte einen stechenden Schmerz durch seinen Kopf. Das Piepen. Neue Schritte, schlurfende Schritte. Holzschuhe? Ein Schatten schob sich vor das Weiß.
»Weißt du, wer du bist?« Eine Männerstimme. Tief, kalt, monoton. »Wie heißt du? Sag mir deinen Namen.« Die fehlende Betonung machte es zu einem Rauschen in seinem Kopf. Er fand keinen Sinn in den Worten, vergaß das Gehörte in dem Moment, als es gesagt wurde. Nur die Stimme blieb in seinen Gedanken. Sie war gefährlich. Gefährlicher noch als die des jungen Mannes. Aber wieso? Was war gefährlich? Piepen. Ein rasselnder Atemzug. Das Blut wurde weniger körnig. Ein Seufzen. »Es ist noch zu früh. Erhöhen Sie die Dosis. Er darf noch nicht zu klarem Verstand kommen.« Dosis? Wieso Dosis? Schritte entfernten sich. Kurz verbrannte das Licht wieder seine Augen, dann schob sich erneut ein Schatten darüber.
»Das wird jetzt kurz piksen.« Eine Frau. »Aber keine Sorge, die Nadel ist ganz stumpf.« Die Stimme war schrill; nur unterbrochen durch hysterisches Lachen. Gefahr! Hier waren alle Stimmen gefährlich. Schlussfolgerung? In Sicherheit bringen. Gefahr eliminieren. Ein Schmerz. Er verkrampfte. »Na, na«, schimpfte die Frau, »wer ist denn hier gleich so schreckhaft?« Er versuchte seinen Arm zu heben, sich aufzusetzen. Nichts. Er konnte sich nicht bewegen. Seine Augen schmerzten. Er schloss sie. Finsternis. Stille. Das Piepen wurde langsamer. Er wollte nicht einschlafen, durfte es nicht. Es war zu gefährlich. Er musste handeln. Konnte nicht handeln. Wach bleiben? Ja, wach bleiben. Warum? Seine Gedanken entglitten ihm weiter. Er wollte nicht, doch sein Körper entschied ohne ihn. Die Finsternis nahm ihn erneut in sich auf. Er schwebte in ihr, konnte nichts tun, sich nicht bewegen, nicht denken. Er verlor sich selbst, verblasste, verging. Nichts. Nur Stille. Keine Gedanken. Keine Geräusche. Keine Wünsche. Nur Stille. Stille und Schwärze.
»Wach auf! Du hast lange genug geschlafen. Meine Arbeit ist erledigt. Du kannst jetzt zu dir kommen.« Diese monotone Stimme. Laut, schmerzhaft in den Ohren. Aufhören. Es sollte aufhören. Was? Was sollte aufhören? Sehen, ja, er wollte sehen. Es war schwer, es dauerte. Blinzelnd öffnete er die Augen. Ein schmaler Spalt. Seine Sicht war noch immer wie durch ein Milchglasfenster. Da waren Flecken; helle, dunkle, das brennende Licht. Blinzeln. Immer wieder blinzeln. Das Licht wurde erträglicher. Die Flecken deutlicher. Nur langsam stellte seine Sicht sich scharf. Stahlgraue Augen starrten ihn aus einem undeutlichen Gesicht an. Wahnsinn im Blick. Ein Blinzeln. Dünnes Gesicht. Fahle Haut. Eingefallene Wangen. Knochen, so viele Knochen. Wie eine dünne Folie spannte sich Haut darüber. Dunkles Haar. Strähnig, brüchig. Krank. Blinzeln. Das Gesicht entfernte sich. Bessere Sicht. Er sah sich um. Der streichholzdünne Körper des großen Mannes versank in einem schlecht sitzenden, weißen Kittel. Seine schmierigen, dunklen Haare fielen über seine zersprungene Brille. Eine Frau mit zerzausten, ehemals blonden Haaren wuselte durch den Raum. Sie war auch dünn. Zierlich? Ja. Kräftig, aber dünn. Ihre Hände, nein, ihr gesamter Körper war mit einem roten Etwas und Sekreten, von deren Herkunft man nichts Genaueres wissen wollte, beschmiert. Der Raum war aus Stein? Nein, Beton. Rohe Wände. Metallene Schränke. Elektronische Geräte.
Er schluckte, wollte sprechen, wollte handeln. Kein Ton gelangte über seine Lippen. Wo war er? Wieso war er hier? Was war mit ihm? Wer war er? Denken. Er musste denken. Denken und handeln. Doch wie handeln? Bewegen? Ja. Doch wie? Fliehen? Nein, unmöglich. Die Gefahr ausschalten? Unmöglich. Bewegen… die Augen, den Mund, einen Finger. Mehr nicht. Warum? Was war passiert? Wo war er?
Die monotone Stimme riss ihn in die Realität zurück. »Es wird noch ein, zwei Stunden dauern, bis du deinen Körper wieder verwenden kannst.« Was? Wieso? Was war damit? Der Mann im Kittel erhob sich. »Machen Sie ihn für Versuch Nummer 13 bereit. Ich möchte noch heute anfangen.« Versuch? 13? Gefahr! Bewegen. Nein, nicht möglich…
»Wie Sie wünschen. Wie lange diesmal?« Die Frau sah den Mann an; den Doktor. Er zuckte mit den knochigen Schultern. Seine monotone Stimme nannte schlicht: »Zwei Wochen, voraussichtlich.« Der Mann verließ den Raum.
Die Frau kam auf ihn zu, eine Spritze in der Hand. Sie lächelte. »Wenn du jetzt überlebst, gehörst du zu den Glücklichen. Noch nicht einmal die Hälfte der Patienten haben das hier überstanden. Deshalb wünschen wir dir viel Glück.« Sie lachte zu hoch, zu laut. Ein Stechen am Arm, Flüssigkeit die in seine Adern gedrückt wurde. Schmerz. Vertraut, doch immer wieder unerwünscht. Sein Körper bäumte sich auf. Sein Mund öffnete sich, doch noch immer drang kein Ton heraus. Er wollte schreien, wollte, dass dieser Schmerz aufhörte. Wollte, dass es einfach aufhörte!
Es schien, als verbrenne er innerlich. Seine Organe wurden gekocht, platzten und lösten sich auf, nur, um sich Sekunden später wieder zusammenzusetzen. Es war ein ewiger Kreislauf. Würde er jemals enden?
Eine Ewigkeit gefüllt mit Schmerzen verging. Irgendwann konnte er wieder Laute von sich geben, war wieder fähig zu schreien. Dann, ein Wunder: Der Schmerz ließ nach. Keuchend lag er da. Starrte hinauf in das weiße Licht. Seine Gedanken waren ein wildes Chaos, betäubt vom Schmerz, aufgewühlt von Panik. Schritte. Er drehte den Kopf. Es war anstrengend. Alles war anstrengend. Er könnte schlafen. Die Augen schließen und sich der Dunkelheit erneut hingeben.
Nein! Er würde nicht aufgeben. Weiterkämpfen. Weitermachen. Immer weiter. Nie aufgeben, nie akzeptieren. Ein weißer Kittel, ein dürrer Mann. Der Doktor war zurück. Ausdruckslos wurde er gemustert, seine Haut betastet, seine Augen angeleuchtet. Es tat weh. Er wehrte sich, wollte es zumindest. Doch keine Kraft lag in seinen Bewegungen.
Das eingefallene Gesicht des Doktors schob sich in sein Sichtfeld. Die Brille ins Haar gesteckt, die Augen das einzig Lebendige. Monotone Stimme, dennoch kräftig. »Willkommen zurück unter den Lebenden, Kyl Asecien.«
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